Samstag, 7. Juli 2012

"Der Schrei des Hahns" von Minette Walters

Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442466535



Dieses Buch basiert auf einer wahren Geschichte (mehr dazu weiter unten)

Inhalt
Nord-London im Winter 1920: Norman Thorne, 18 Jahre alt, lernt die 22-jährige Elsie Cameron kennen. Beide gehen in die selbe Methodistengemeinde und sind sehr gläubig.
Elsie ist ein wenig schwierig - sie rastet schnell aus und gibt für jedwedes Missgeschick den Menschen in ihrer Umgebung die Schuld dafür. Auch dafür, dass sie mit 22 noch immer keinen Mann in Aussicht hat.

Im Sommer 1921 ist Norman arbeitslos. Er leiht sich Geld bei seinem Vater, kauft ein Grundstück in Sussex und möchte sich dort eine Hühnerfarm aufbauen. Sein Vater unterstützt ihn u.a auch, damit Norman Abstand zu Elsie gewinnt, denn dies redet seit geraumer Zeit über´s Heiraten. Auf der seiner Farm baute Norman eine kleine Hütte, die Elsie liebte und sie besuchte im Sommer Norman beinahe jedes Wochenende und freute sich darauf so zu tun, als wären Norman und sie verheiratet.

In den folgenden Jahren verlobten die zwei sich, jedoch die Beziehung zueinander ist ein wenig gespannt, bis im Dezember 1924 eine folgenschwere Tragödie passiert...

Meine Meinung:
Es ist ein dünnes Büchlein, dessen Klappentext schon verrät, was passieren wird und doch hat mich die Geschichte gefesselt. Ich stellte mir vor, wie schwer es für Norman gewesen sein musste, mit Elsie zusammen zu sein, denn sobald man ihr widersprach oder ihr das Gefühl gab, sie nicht zu lieben, drohte sie mit Selbstmord.
Es ist selbstverständlich, dass ein junger Mann mit 18 Jahren sich nicht unbedingt dafür entscheidet, die erste Frau, die er "so richtig" kennenlernt zu heiraten und den Rest seines Lebens mit ihr zu verbringen. Für Elsie hingegen war es klar, dass sie zwei zusammengehören. Dies machte Normans Leben nicht einfacher, zumal seine Hühnerfarm ja auch erst in den Startlöchern stand. Wie gesagt, meine Sympathien lagen in diesem Fall glasklar bei Norman.
Die Autorin gibt dem Leser einen Einblick in die Vergangenheit von Elsie und Norman und wie es letztendlich zu Normans Verurteilung kam.

Fazit:
Eine interessante kurze Kriminalgeschichte für Zwischendurch, die mich jedoch noch einige Tage darüber nachdenken ließ und ich denke, dass auch andere Leser so schnell nicht von dieser Story loskommen.


Zusatz:
Vorlage zu dieser Geschichte war der sogenannte "Hühnerfarmmord", der im Dezember 1924 verübt wurde.
Norman Thorne wurde im April 1925 gehängt. Seine Schuld jedoch wurde nie bewiesen.
Wenn man den "Hühnerfarmmord" bei google eingibt, dann erscheint erst mal nur dieses Buch, googled man jedoch auch auf englisch weiter, so bekommt man einige Zusatzinformationen.
Für mich war u.a. sehr interessant zu wissen, wie Elsie und Norman wirklich aussahen - entsprach mein Bild von diesen Personen den wirklich Gesichtern?
Ich kann mir vorstellen, dass Norman Thorne unschuldig war - einiges spricht dafür, aber vielleicht bin ich auch zu sehr von der Lektüre dieses Buches beeinflusst worden.

Hier ein paar Links (wie gesagt, ich habe nichts auf deutsch finden können):
Eine Zusammenfassung der Geschehnisse: http://murderpedia.org/male.T/t/thorne-norman.htm
Bilder von Norman Thorne und Elsie Cameron: http://murderpedia.org/male.T/t/thorne-norman-photos.htm


Kommentare:

  1. Ich hab mir gerade mal die Links angeschaut und da hat's mich schon gegruselt. Ich weiß gar nicht, ob ich das Buch lesen könnte, aber es klingt auf jeden Fall spannend.

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    1. Die Story war angenehm zu lesen - die Tat selbst wird am Ende auch nur im Rahmen der Ermittlungen erwähnt.
      Ich mag solche Bücher, die auf wahre Begebenheiten basieren und danach bzw. evtl. auch davor Recherchen zu betreiben.

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