Donnerstag, 31. Mai 2012

"Eine exklusive Liebe" von Johanna Adorján

Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: btb Verlag
ISBN-13: 978-3442738847




Elke Heidenreich sagte: "Eines der schönsten Bücher der letzten Jahre!"
und Christine Westermann: "Eine ungewöhnliche Liebe, ein ungewöhnliches Buch, das voller Lachen und Staunen steckt. Eine Liebesgeschichte, die man sich nicht besser hätte ausdenken können. Und die doch wahr ist."

Inhalt:
">>Pista?<< Sie nimmt seine Hand. Er möchte sie anschauen, aber er ist so müde auf einmal. So müde. >>Ich danke Ihnen.<< Er fühlt, wie sie seine Hand drückt. >>Nein<<, sagt er. >>Ich danke Ihnen.<< Es wird dunkel. Sie schließt die Augen."

Johanna Adorján reflektiert in diesem Buch das Leben und auch die Liebe ihrer Großeltern, die sich im Herbst 1991 das Leben genommen haben. Ihr Großvater war zu dem Zeitpunkt schwer krank und ihre Großmutter wollte nicht ohne ihren Mann weiterleben. Dies hatte sie schon in der Vergangenheit gesagt, als István, genannt Pista, z.B. im KZ war bzw. nach dem zweiten Weltkrieg nicht heimgekehrt ist.

Vera und István Adorján waren ungarische Juden, sie war 20 und er 31, als sie sich kennenlernten. Zwei Jahre später, 1942, heirateten sie. Als Juden hatten sie es damals weder während des Krieges leicht noch nach dem Krieg, im kommunistischen Ungarn. Irgendwann beschlossen sie zu flüchten und kamen über Umwege nach Dänemark. Ihr Leben war ein ereignisreiches Leben, voller Glück, Liebe und Leid.

Meine Meinung:
Aufgrund des Titels habe ich eine dieser tyischen Liebesgeschichten erwartet. Ich hatte mir wie so oft nicht den Klappentext durchgelesen, denn wenn mich ein Titel anspricht und ich evtl. auch noch Meinungen von Elke Heidenreich oder Christine Westermann auf dem Buch finde, dann werden solche Bücher auch gerne blind gekauft. Als ich dann anfing zu lesen und an der Stelle ankam, an der die Autorin ihren Besuch im KZ Mauthausen beschreibt, war ich überrascht und sofort sehr interessiert.
Die Autorin recherchierte im Familienkreis aber auch beim Freundeskreis der verstorbenen Großeltern, wie ihr Leben in den Kriegsjahren und danach war, wie es zu der Flucht kam und wie sie zueinanderstanden. Wie hatte z.B. Vera Adorján weiter in Budapest leben können, während die Nazis eingefallen waren?
Johanna Adorján beschreibt nicht nur das Leben ihrer Großeltern, sondern versucht auch den letzten Tag zu rekonstruieren, den ihre Großeltern erlebt haben. Diese Abschnitte brachten mir Vera und István sehr nahe und ich hatte so manches Mal das Gefühl, ich könnte sie wirklich beobachten und würde Istváns rasselnden Husten hören. Auch die Autorin selbst war mir am Ende des Buches sehr nahe - sie reflektiert in diesem Buch nicht nur ihre Großeltern sondern auch ein Stück weit sich selbst und gelangt u.a. zu der Erkenntnis, dass ihre Großmutter ihr selbst sehr ähnlich war.
Es ist eine anrührende Geschichte, von zwei Menschen, die sich bis zum Schluss siezten und doch merkt man, wie groß ihre Liebe füreinander war.

Fazit:
Wer eine typische Liebesgeschichte erwartet, mit Herzschmerz und Happy End, der wird hier definitiv nicht fündig.
Wer sich allerdings für Geschichte - in diesem Fall ab 1940 - interessiert und auch für die Schicksale der Menschen von damals und wie ihr Leben nach den Wirren des Krieges für sie weiterging, für den ist dieses Buch sicherlich ein kleines Goldstück.
Am Ende würde ich allerdings definitiv Taschentücher empfehlen...

1 Kommentar:

  1. Hey:)
    bin gerade über deinen schönen Blog gestolpert und gleich mal Leserin geworden:)
    Gefällt mir wirklich sehr, sehr gut!
    Würde mich über einen Gegenbesuch sehr freuen:)

    lG und ein schönes Wochenende:)

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